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„Hallo, hallo schön, dass Du da bist…“ So beginnt eines unserer Begrüßungslieder aus dem Kindergarten und genau so fühle ich mich seit dem ersten Tag, wenn ich morgens in den Kindergarten komme. Dort beginne ich mit der Betreuung der Frühdienstkinder, die von ihren Eltern schon vor acht Uhr gebracht werden. Nach kurzer Zeit kommen dann die anderen Kinder aus meiner Gruppe hinzu. Nachdem sie sich von ihren Eltern verabschiedet haben, werde ich meistens sofort „gebraucht“! Egal ob zum Buch lesen, Spiel spielen oder zum Bauen in der „Glitzerecke“ – Hilfe ist immer erwünscht! Auch kann es sein, dass ich die Rolle einer Mama oder eines Patienten im Rollenspiel übernehme. So richtig beginnt der Tag jedoch erst mit unserem Stuhlkreis. Wir begrüßen uns mit einem Lied und beten ein Morgengebet zusammen. Nun folgen die verschiedenen Angebote in den Gruppen. Wenn sich alle Kinder für ihr jeweiliges Angebot entschieden haben, schicken wir (meine zwei Kolleginnen und ich) sie zu den Gruppenräumen. Je nachdem in welcher Gruppe und bei welchem Angebot zusätzliche Hilfe benötigt wird, befinde ich mich in der Turnhalle, im Kreativbereich, in der Küche oder in meiner Gruppe im Snoezelraum (Ruheraum). Da es jede Woche neue Angebote gibt und ich in allen Bereichen mitarbeiten darf, habe ich so die Chance jeden Tag viele neue Aktivitäten mit den Kindern kennen zu lernen. Nach ca. einer halben Stunden trudeln die meisten Kinder wieder ein - jetzt ist die Freispielphase angesagt! In dieser Zeit befinde ich mich fest in meiner Gruppe und bin für alle Dinge (Bauecke, Bücher, Spiele, Glitzerecke, Snoezelraum) zu haben. Meine Kolleginnen und Ich sind voll und ganz für die Kinder da, um Ihnen zuzuhören, ihnen ein neues Spiel zu zeigen etc.
Ein- bis zweimal die Woche werden während der Freispielphase Vorschulübungen durchgeführt. Angeleitet von meinen Kolleginnen, darf ich mittlerweile auch in diesem Bereich eigenständig mit den Vorschulkindern arbeiten. Nach einigen Kreis- und Singspielen im zweiten Stuhlkreis, geht es für alle Kinder nach draußen, wo ich mit allen anderen Erzieherinnen Aufsicht führe.
Um zwölf Uhr sind alle Kinder meiner Gruppe abgeholt, dass bedeutet für mich, dass ich mit den kleineren Kindern aus dem Ganztagsbereich zum Schlafen gehe. Erst wenn „meine Kleinen“ in tiefsten Träumen schlummern und meine Mittagspause vorüber ist, gehe ich in die Nachmittagsgruppe. Hier spielen die überwiegend drei- bis vierjährigen Kinder bereits seit einer Stunde. Nach einer kurzen Absprache mit meinen Nachmittagskolleginnen beginnen wir mit unserem Stuhlkreis, in dem die Begrüßung und das Beten stattfinden. Auch können die Kinder von ihren Erlebnissen am Morgen berichten und zwischen drei Angeboten in unserer Gruppe wählen. In der ersten Hälfte meines FSJ`s habe ich immer einen meiner beiden Kolleginnen geholfen – jetzt mache ich seit sechs Wochen, jede Woche ein eigenes Angebot wie z. B. eine Massage im Snoezelraum, einen Discotanz in der Turnhalle oder ein Backangebot in der Küche. Dabei bereitet es mir besonders viel Spaß mit einer Gruppe von ca. 6-10 Kindern alleine tätig zu sein und auch Verantwortung für sie zu tragen. Ich habe mich sehr gefreut, dass meine Kolleginnen mir soviel Freiraum lassen, alles auszuprobieren, da ich so sehr viel für meine Zukunft und meinen Berufswunsch (Grundschullehrerin) lernen kann. Anschließend bleibt noch Zeit zum freien Spielen und zum intensiven Beschäftigen mit einzelnen Kindern. Meine Arbeit am Nachmittag endet wie der Vormittag. Wir machen einen zweiten Stuhlkreis, in dem wir Spiele spielen und Lieder singen und verbringen die Abholzeit auf dem Draussengelände. Nach acht Stunden endet mein Arbeitstag im St. Vincenzkindergarten. Während meines FSJ`s verbringe ich fünf mal fünf Tage im Seminar. Dort habe ich sehr viele neue Leute kennen gelernt, die alle in einem sozialen Beruf arbeiten und mit denen ich mich jedes Mal über Veränderungen und neue Ideen austauschen kann.. Wir erarbeiten bei jedem Seminar verschiedene Themen, und haben z. B. beim Thema Behinderung eine sehr interessante Führung durch die Behindertenwerkstätten in Vechta gemacht. Besonders schön finde ich jedes Mal die Einsatzstellenreflexion, bei der wir von jedem Seminarteilnehmer viel über seine Einsatzstelle und Arbeitsweisen erfahren. Durch kreative Angebote und lange (!!!) Spieleabende ist bei jedem Seminar für alle etwas dabei! Da ich mich für ein FSJ entschieden habe, weil ich mir ein Jahr Auszeit zwischen Abitur und Studium gönnen und dieses sinnvoll nutzen wollte, habe ich mit dem Kindergartenbereich genau das gefunden was ich schon immer gerne machen wollte: Mit Kindern arbeiten! Deshalb kann mein Fazit nur lauten: FSJ ein Jahr für mich- ein Jahr für Andere - ich würde es jederzeit wieder machen!
Katharina Wilken, St.Vincenz Kindertagesstätte
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